Das Schneelichterkeksebaumfest

Diese Geschichte erschien am 31.05.2017 im Karina Verlag.

Es gab eine Zeit, da kannte man noch kein Weihnachtsfest. Die Menschen überreichten sich keine Geschenke, Tannenbäume blieben den Wohnzimmern fern, Weihnachten war ein Tag wie jeder andere. Ob es Schnee gab? Jede Menge! Die Welt war weiß wie Wolle. Kinder spielten den ganzen Tag darin, bauten Schneemänner und Iglus so groß wie Häuser!

In dieser Zeit lebte auch ein Mädchen namens Ellits. Ellits liebte den Schnee. Liebte war untertrieben. Sie nahm den Schnell überall mit hin. Sogar in ihr Bett! Ellits war immer schrecklich enttäuscht, wenn der Schnee am nächsten Morgen verschwunden war. Schlimmer noch: Ihre Eltern dachten dann, sie hätte ins Bett gemacht, und es gab keinen Kakao mehr vor dem Schlafengehen.
„Es muss doch irgendeinen Weg geben, den Schnee auch drinnen aufzubewahren“, grübelte Ellits, als sie wieder einmal einen weißen Klumpen nach Hause brachte. Sie beschloss, ihn auf das Fensterbrett zu legen. So würde er sicher nicht schmelzen. Gerade wollte sie zu Bett gehen, da tauchte eine lustige Gestalt auf.
„Und wer bist du?”, fragte Ellits überrascht.
„Mein Name ist Mräl”, schrie das grüne Wesen mit langen Haaren in den Ohren. Seine Stimme war laut wie ein Wasserfall, aber Ellits hatte keine Angst.
„Mräl? Das ist aber ein lustiger Name!”
„Ein lauter Name! MRÄÄÄÄÄÄL!”
„Du bist lustig!”
„Ich habe gehört, du hast ein Schneeproblem”, rief Mräl und zeigte dabei auf das kleine weiße Häufchen auf ihrem Fensterbrett.
Ellits war verwundert: „Nein, da liegst du falsch. Ich habe ein Schmelzproblem (so viel von Physik wusste selbst sie). Und übrigens brauchst du nicht immer so zu schreien!”
„Tut mir leid. Da wo ich herkomme, sprechen alle so laut.”
„Wo kommst du denn her?”, wollte Ellits wissen.
„Ich komme von einem Ort, an dem gerade Weihnachten gefeiert wird.” „Weihnachten?” Ellits hatte dieses lustige Wort noch nie gehört.
„Ja, das ist ein Fest, bei dem jeder Geschenke bekommt, überall hängen Lichter, und es gibt Süßigkeiten bis zum Umfallen!”
„Wirklich?” Ellits kannte das nur von Geburtstagen, aber da bekam nur das Geburtstagskind Geschenke. Mräl erzählte ihr von Tannenbäumen in Wohnzimmern, geschmückt mit Süßigkeiten, Musik, die in jeder Straße zu hören war und von bunten Lichtern, die die ganze Nacht lang brannten. Ellits war begeistert, doch glaubte sie dem grünen Kobold nicht so ganz. Woher kamen all diese Geschenke? Und was sie noch mehr verwunderte: Warum würde irgendjemand einen Baum mit ins Haus nehmen? Ein Baum ist doch viel zu groß!
„Schau mal” Mräl griff ganz tief in seine Tasche. „Damit du mir glaubst!” Er zeigte ihr eine Kugel, so rund wie der Mond, aber durchsichtig wie Wasser. Was war da drinnen? Schnee? Mräl schüttelte die Kugel, und es schneite mitten in ihrem Zimmer, in dieser winzigen Schneekugel.
„Bring mich hin, bitte!”
„Wohin?”
„Na, zu diesem Weihnachten!”
Mräl musste lachen. „Ich kann dich gerne mitnehmen. Aber du musst mir zwei Dinge versprechen: Erstens darfst du absolut niemandem davon erzählen!” „Und das zweite?” „Schau immer nach links und rechts bevor du gehst.” Das verstand Ellits nicht. Aber ihr war es recht, solange sie zu diesem Schneelichterkeksebaumfest kommen würde…

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sternenjahr - märchenbuch - Sam Bredl

Eine Antwort zu “Das Schneelichterkeksebaumfest”

  1. Robert Auerbach sagt:

    „Mräl“ haha, habs bis zum Ende nicht bemerkt! Super Geschichte!

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